Frühlingsschule

Bericht über die 5. Numismatische Springschool in Halle (Saale)

Münzen und Geldgeschichte spielen schon seit dem 18. Jahrhundert eine große Rolle an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, denn bereits der Mediziner und Altertumsforscher Johann Heinrich Schulze (1687–1744) sowie der Jurist und Staatswissenschaftler Johann Peter von Ludewig (1668–1743) bezogen Münzen in ihre Lehrveranstaltungen ein. Schulze trug zudem eine umfangreiche, vorwiegend aus antiken Stücken bestehende Sammlung zusammen, die 1761 vom geheimen Kabinettsrat August Friedrich Eichel erworben und der Universität vermacht wurde. Diese Sammlung zählt heute zu den ältesten an deutschen Universitäten und wird weiterhin in der Lehre genutzt.

Die Numismatik spielt auch im 21. Jahrhundert eine große Rolle in der Saalestadt Halle. Mit dem Landesmünzkabinett im Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, das in diesem Jahr seinen 75. Geburtstag feiert, der Fundnumismatischen Sammlung sowie den numismatischen Digitalisierungsprojekten, wie S.E.S.A.M., des Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt und der Sammlung und dem Lehrangebot an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, sind es drei große Standorte, an denen mit Münzen gearbeitet und numismatische Forschung betrieben wird. Diese einmalige Konstellation ermöglicht es uns (Dr. Aylin Tanrıöver, Lehrstuhl für Klassische Archäologie, IKAKLA, MLU] und Ulf Dräger [Landesmünzkabinett im Kunstmuseum Moritzburg Halle der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt]) seit dem Jahr 2019, Frühlingsschulen zum Thema Geldgeschichte zu veranstalten, die an Bachelor- und Masterstudierende adressiert sind.

Da Numismatik an deutschen Universitäten meist nur im Rahmen der historischen Hilfswissenschaften, Klassischen Archäologie oder Alten Geschichte gelehrt wird, ist die Nachfrage nach vertiefenden Angeboten groß. Das zeigt das starke Interesse an unserer Veranstaltung – in diesem Jahr bewarben sich über 25 Studierende verschiedener Universitäten, sogar aus der Türkei.

Die 5. Numismatische Springschool (17.–22. März 2025) bot ein einwöchiges, vielfältiges Programm, das einen breiten Überblick über Themen der Numismatik und Geldgeschichte ermöglichte. Dank der Mitwirkung engagierter Dozent:innen der Universität Halle, des Kunstmuseums Moritzburg, des LDA Sachsen-Anhalt sowie privater Expert:innen konnte ein abwechslungsreiches und praxisnahes Programm realisiert werden. Studierende aus Bamberg, Bochum, Göttingen, Köln, Leipzig, Münster, Oldenburg, Rostock und Halle erhielten dabei theoretische und praktische Einblicke in die Geschichte des Geldes – von der Münzentstehung bis zur digitalen Währung.

Nach einer Einführung über die Numismatische Forschung an der Universität Halle sowie ihre mittlerweile über 5000 Stücke umfassende Münzsammlung, wurden zunächst numismatische Fachbegriffe und über Definitionen der Unterschied zwischen Geld und Münze erläutert. Daran anschließend wurden prämonetäre Geldformen und die Entwicklung des Geldes vorgestellt, um den Kontext für den Beginn der Münzprägung in der ersten Hälfte des 7. Jh. v. Chr. nachvollziehen zu können. Danach wurde die Entwicklung der griechischen Münzprägung archaischer und klassischer Zeit anhand von zwei Fallbeispielen (Milet und Athen) nachgezeichnet. Während dabei die Stadt als Prägeherr im Vordergrund stand, konnte über die Vorstellung hellenistischer Königsprägungen auch die Rolle des Monarchen in der antiken Münzprägung diskutiert werden. Die sich gleichzeitig mit den letztgenannten Münzen entwickelte Prägetätigkeit Roms wurde im Anschluss in Augenschein genommen. Dabei stand die Entwicklung des Münzwesens in der Republik und die Kommunikationsfunktion der Münzen in der Kaiserzeit im Vordergrund (Dr. Aylin Tanrıöver, MLU). Eine Einführung in die Keltische Numismatik sowie die Vorstellung von Imitationen römischer Münzen im Barbaricum von Dr. Marjanko Pilekić (LDA), der auch seine aktuellen Forschungen einfließen ließ, vervollständigten die Vorstellung der Münzprägung in der Antike. Zudem erhielten die Studierenden aus möglichst allen vorgestellten chronologischen Bereichen auch Originale aus der Sammlung in die Hand und hatten die Gelegenheit diese genauer unter die Lupe zu nehmen und ein Gefühl für die Materialität zu bekommen.

Durch die Einführung in die byzantinische Siegelkunde von Frau Dr. Kristina Rauh (LDA) lernten die Studierenden eine den Münzen verwandte Gattung, ihre Funktion und Ikonographie kennen. Letztgenannte findet sich auch auf den frühen islamischen Münzen, wie Wolfgang Pechstedt (Sammler) in seinem Vortrag über die Islamische Numismatik zu berichten wusste, die anfangs die byzantinischen Münzen imitierten, bevor die Schrift die Geldstücke dominieren sollte. Die Studierenden erhielten einen Überblick über die Münzprägung der verschiedenen aufeinanderfolgenden Dynastien und die damit verbundene Geschichte.

Ulf Dräger (Kunstmuseum Moritzburg, KST) führte die Studierenden in die Entwicklung der Münzprägung des Mittelalters ein und zeigte dabei Beispiele aus aller Welt, die im Kunstmuseum Moritzburg aufbewahrt werden. Besonderen Eindruck hinterließen dabei die Brakteaten aus der Sammlung, die mit großem Aufwand für eine kurze Umlaufzeit im Deutschland des 12.–14. Jahrhunderts hergestellt wurden. Anschließend ging es an die Vorstellung der Münzprägung in der Neuzeit, für die Ulf Dräger erneut kostbare Beispiele aus der Sammlung herumgehen ließ. Das gilt auch für die Einführung in die Medaillenkunde, für die große, kleine, runde sowie eckige Medaillen mit politischem oder religiösem Inhalt aus Italien, Frankreich sowie weiteren Ländern über den Tisch gingen, die oftmals Motive aus der Antike rezipierten.

Während die Kommunikationsabsicht der Ikonographie auf antiken, mittelalterlichen und auch neuzeitlichen Münzen oftmals nichts bekannt ist und diese zumeist über andere zur Verfügung stehenden Quellen erst erschlossen werden müssen, hat der Medailleur Carsten Theumer genau sagen können, was hinter der Motivwahl seiner Medaillen steckt. Nachdem er einige seiner Medaillen, teilweise zusammen mit den noch vorhandenen Modellen herumgegeben hat, bot er zudem an, selbst Medaillenstempel herzustellen. Während die meisten Teilnehmenden ihre Motive in eine Gipsrondelle einkratzten, durften zwei mutige Studentinnen ihre Ideen von Hand und mit einem Dremel in einen Stahlstempel gravieren.

Prof. Dr. Dirk Schaal (MLU) entführte die Studierenden in die Welt der Wertpapiere und das in diese gesteckte Vertrauen. Sie erhielten dabei einen Überblick über die Entwicklung und Ikonographie von historischen Wertpapieren und hatten die Gelegenheit, selbst einige Aktien genauer unter die Lupe zu nehmen. Die Entstehung des Papiergeldes und dessen Weiterentwicklung führte Sven Koch (LDA) mit zahlreichen Beispielen aus und erläuterte die Probleme, die, wie bei den Wertpapieren, insbesondere in der Akzeptanz der Geldform begründet lagen. Während man mit diesen Geldformen noch etwas in der Hand hatte und hat, ist die neuste Form des Geldes unsichtbar. Prof. Dr. Dr. Rüdiger Pohl (MLU) führte die Studierenden in die Welt der Kryptowährungen ein und machte auf die mit der Einführung des Digitalen Euros verbundenen Probleme aufmerksam, die die Studierenden zu vielen Fragen motivierten.

Münzen stellen auf Ausgrabungen stets einen besonderen Fund dar, da sie als Bild- und Schriftträger zumeist eine konkretere Datierung des Befundes erlauben. Dass die Interpretation aber von vielen unterschiedlichen Faktoren abhängen kann, erläuterte Prof. Dr. Matthias Becker (LDA) anhand unterschiedlicher Fallbeispiele. Dabei erhielten die Studierenden einen Eindruck von möglichen Fundkontexten sowie dem Erhaltungszustand von Münzen, die frisch aus der Erde geborgen wurden. Den Umgang mit diesen stellte Petra Hofmann (Berlin) vor, die die Dokumentationsschritte, die unterschiedlichen Reinigungsmethoden sowie ihre bestmögliche Konservierung und Aufbewahrung beleuchtete. Nach der theoretischen Einführung durften die Studierenden sich selbst an die manuelle Reinigung von Münzen machen.

Die Erforschung der zahlreich gefundenen Münzen ist nur nach einer sorgfältigen und zugänglichen Dokumentation möglich. Diese erfolgt heutzutage digital in unterschiedlichen Datenbanken mit verschiedenen zur Verfügung stehenden Methoden, die Anika Tauschensky (LDA) vorgestellt hat. Dabei ging es um die Bedeutung von Normdaten, der Einsatz von Fotos vs. Fotogrammmetrie vs. 2,5- bis 3D-Modellierungen, den damit einhergehenden Datenmengen und ganz wichtig die Nutzbarkeit all dieser Daten für weiterführende Fragestellungen. Anika Tauschensky stellte auch das aktuelle Projekt S.E.S.A.M. des LDA vor, bei dem es darum geht, die Fundmünzen in allen Museen Sachsen-Anhalts zu digitalisieren, was in Zukunft u. a. die Rekonstruktion von Währungsräumen ermöglichen wird. Digitalisierungsstrategien und Aufbewahrung sowie insbesondere Präsentation spielten auch bei den Besuchen in der Moritzburg, im Robertinum und in der Zentralen Kustodie der MLU eine entscheidende Rolle. Dabei erhielten die Studierenden Einblicke in das Sammlungswesen und lernten die Schwierigkeiten kennen, die mit der Planung einer neuen Ausstellung verbunden sein können.

Eine Exkursion ins Museum „Alte Münze“ in Stolberg (Harz) vermittelte schließlich eindrücklich den handwerklichen Aufwand der Münz- und Medaillenherstellung. Auch in diesem Jahr war es dank Dr. Monika und Dietrich Lücke möglich, Medaillen zu prägen, und zwar mit den während der Frühlingsschule von zwei teilnehmenden Studentinnen entworfenen Stempeln. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Die sechs intensiven Tage verbanden theoretischen Input mit praktischer Erfahrung. Dank der großzügigen finanziellen Unterstützung durch die Numismatische Kommission der Länder der BRD konnte auch in diesem Jahr den angereisten Studierenden ein Reisekostenzuschuss gewährt werden; dafür sind die Organisatoren und insbesondere die Studierenden sehr dankbar. Ein kleiner Empfang, der finanziell vom Numismatischen Verein Halle gefördert wurde, bot den Teilnehmern sowie den Dozentinnen und Dozenten die Möglichkeit sich kennenzulernen und einen numismatischen Plausch zu halten. Die Vereinigung der Freunde und Förderer der Universität Halle gewährte auch in diesem Jahr eine finanzielle Unterstützung, durch die die Realisierung des Medaillenworkshops und die Fahrt nach Stolberg ermöglicht werden konnten.

Beim Abschlussgespräch wurde der epochenübergreifende und interdisziplinäre Charakter der Veranstaltung besonders gewürdigt. Alle Teilnehmenden sprachen sich für eine Fortsetzung im kommenden Jahr aus (16.03.–21.03.2026).

Ein herzlicher Dank gilt allen Förderern und insbesondere den Dozent:innen, die die Numismatische Springschool mit großem ehrenamtlichem Engagement ermöglicht haben.

Dozierende:
M. Becker (Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt), U. Dräger (Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, Kunstmuseum Moritzburg Halle), P. Hofmann (Berlin), S. Koch (Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt), M. Lücke (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg), D. Lücke (Halle), W. Pechstedt (Halle), Marjanko Pilekić (Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt), R. Pohl (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg), K. Rauh (Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt), D. Schaal (Zentrale Kustodie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg), A. Tanrıöver (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg), A. Tauschensky (Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt) und C. Theumer (Halle)

Sponsoren:
Numismatische Kommission der Länder in der Bundesrepublik Deutschland e.V.
Vereinigung der Freunde und Förderer der MLU
Numismatischer Verein Halle e. V.

Bericht über die 4. Numismatische Springschool in Halle (Saale)

Münzen und Geldgeschichte spielen seit dem 18. Jahrhundert eine große Rolle an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, denn bereits der Mediziner und Altertumsforscher Johann Heinrich Schulze (1687–1744) sowie der Jurist und Staatswissenschaftler Johann Peter von Ludewig (1668–1743) bezogen Münzen in ihre Lehrveranstaltungen ein.

Um die numismatische Forschung in Halle im 21. Jahrhundert zu revitalisieren, veranstaltet Aylin Tanrıöver (Lehrstuhl für Klassische Archäologie im Institut für Kunstgeschichte und Archäologien Europas) in Kooperation mit Ulf Dräger (Landesmünzkabinett im Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt) seit 2019 Frühlingsschulen zum Thema Geldgeschichte, die an Bachelor- und Masterstudierende adressiert sind.

Das  Fach Numismatik wird in der Universitätslandschaft Deutschlands, wenn überhaupt, nur noch als ein Teilbereich der historischen Hilfswissenschaften, Klassischen Archäologie oder Alten Geschichte vermittelt. Dass allerdings ein Interesse an der Numismatik besteht, zeigt das rege Interesse von Studierenden von verschiedenen Universitäten Deutschlands sowie Österreichs, die für die Teilnahme an der mittlerweile nicht nur deutschlandweit etablierten Veranstaltung in Halle auch den selbstgetragenen finanziellen Aufwand gerne in Kauf nahmen.

Auch das Ziel der diesjährigen Numismatischen Frühlingsschule (18.–22. März 2024) war es, möglichst viele Bereiche der Numismatik und Geldgeschichte in einem einwöchigen Programm interessierten Studierenden zu vermitteln. Dank den bereitwillig beitragenden
Dozentinnen und Dozenten der Universität Halle, des Kunstmuseums Moritzburg Halle(Saale), des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt sowie privater Experten war es wieder möglich, ein spannendes und abwechslungsreiches Programm auf die
Beine zu stellen, das diesem Ziel mehr als gerecht werden konnte.

In den sechs Tagen erhielten die teilnehmenden Studierenden einen umfangreichen theoretischen wie auch praktischen Einblick in die Numismatik von der Erfindung der Münze bis in die Gegenwart,
inklusive Geldscheine und digitaler Währungen. Neben dem kulturgeschichtlichen Zugang, der auch keltische und islamische Münzen sowie byzantinische Siegel umfasste, wurden Methoden der Münzbestimmung anhand von Originalen, die Bedeutung der Archivalien für die Erforschung des Münzwesens sowie Herstellungstechniken von Brakteaten im Mittelalter vermittelt.

Thematisiert wurden zudem moderne Digitalisierungsmethoden, die Bestimmung von Metallen anhand naturwissenschaftlicher Analysen, die Charakterisierung von Münzen im archäologischen Befund sowie die Bedeutung und Funktion der Medaille in der Moderne.
Weiterhin konnte durch den Besuch im Archäologischen Museum sowie in der Zentralen Kustodie der MLU und im Kunstmuseum Moritzburg der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt das Sammlungswesen diskutiert werden.

Nicht zuletzt führte eine Exkursion ins Museum Alte Münze in Stolberg (Harz) allen Studierenden praktisch vor Augen, mit welchem Aufwand und vielfältigen Arbeitsschritten es verbunden war und ist, Münzen und Medaillen herzustellen. In diesem Jahr wurden von zwei teil-nehmenden Studentinnen unter Anleitung von Carsten Theumer Medaillenstempel hergestellt, die in Stolberg dank Monika und Dietrich Lücke geprägt werden konnten, so dass die Springschool nun erstmalig mit zwei Medaillen verewigt wurde.

Die sechs Tage waren dicht mit informationsreichen Beiträgen bestückt sowie mit Übungen am Objekt verbunden und klangen zumeist in geselliger Runde aus, um noch einige Themen zu vertiefen, Verständnisfragen zu klären oder einfach nur den Tag auf sich wirken zu lassen.

Dank der finanziellen Unterstützung durch die Numismatische Kommission der Länder der BRD konnte den angereisten Studierenden ein Reisekostenzuschuss gewährt werden.
Ein kleiner Empfang, der finanziell von der Vereinigung der Freunde und Förderer der Universität Halle gefördert wurde, bot den Teilnehmern sowie den Dozentinnen und Dozenten die Möglichkeit sich kennenzulernen und einen numismatischen Plausch zu halten.
Bei einem Feedback-Gespräch zum Abschluss der numismatischen Woche hoben die studentischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer den epochenübergreifenden und interdisziplinären Ansatz positiv hervor und sprachen sich einhellig für die Fortsetzung der Numismatischen Springschool im kommenden Jahr in Halle aus.

An dieser Stelle sei noch einmal ganz herzlich den Sponsoren und insbesondere den Dozentinnen und Dozenten, die die Numismatische Springschool ehrenamtlich unterstützen, für ihr großes Engagement gedankt.

 

Dozierende:

M. Becker (Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt)

U. Dräger (Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, Kunstmuseum Moritzburg Halle)

S. Koch (Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt)

M. Lücke (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)

D. Lücke (Halle)

W. Pechstedt (Halle)

Marjanko Pilekić (Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt)

R. Pohl (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)

K. Rauh (Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt)

B. Rothenhäusser (Halle)

D. Schaal (Zentrale Kustodie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)

U. Sieblist (Restaurator)

A. Tanrıöver (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)

A. Tauschensky (Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt)

C. Theumer (Halle)

 

Sponsoren

Numismatische Kommission der Länder in der Bundesrepublik Deutschland

Vereinigung der Freunde und Förderer der Martin-Luther-Universität Halle

Bericht über die 3. Numismatische Springschool in Halle (Saale)

Die numismatische Forschung hat eine sehr lange Tradition an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, denn bereits der Mediziner und Altertumsforscher Johann Heinrich Schulze (1687–1744) bezog Münzen seiner Sammlung, die den Grundstein der  Archäologischen Sammlung der MLU bildet, in seine Lehrveranstaltungen mit ein.

Um die numismatische Forschung in Halle im 21. Jahrhundert zu revitalisieren, veranstaltet Dr. Aylin Tanrıöver (Lehrstuhl für Klassische Archäologie im Institut für Kunstgeschichte und Archäologien Europas) in Kooperation mit Ulf Dräger (Landesmünzkabinett im Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale) der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt) seit 2019 Frühlingsschulen zum Thema Geldgeschichte, die an Bachelor- und Masterstudierende adressiert sind.

Das Fach Numismatik wird in der Universitätslandschaft Deutschlands, wenn überhaupt, nur noch als ein Teilbereich der historischen Hilfswissenschaften, Klassischen Archäologie oder Alten Geschichte vermittelt. Dass allerdings ein Interesse an der Numismatik besteht, zeigen die eingegangenen Bewerbungen von Studierenden aus verschiedenen Städten Deutschlands, Österreichs sowie der Schweiz, die für eine Teilnahme an der bereits deutschlandweit etablierten Veranstaltung in Halle nicht nur den selbstgetragenen finanziellen Aufwand gerne in Kauf nahmen.

Auch in diesem Jahr war es das Ziel der Numismatischen Frühlingsschule, möglichst viele die Münzkunde direkt oder indirekt betreffende Bereiche in einem einwöchigen Programm interessierten Studierenden zu vermitteln. Dank den bereitwillig beitragenden Dozentinnen und Dozenten der Universität Halle, des Kunstmuseums Moritzburg Halle (Saale), des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt sowie privater Experten war es auch in diesem Jahr möglich, ein spannendes und abwechslungsreiches Programm auf die Beine zu stellen, das diesem Ziel mehr als gerecht werden konnte. In den fünf Tagen erhielten die teilnehmenden Studierenden einen umfangreichen theoretischen wie auch praktischen Einblick in die Numismatik von der Erfindung der Münze bis in die Gegenwart, inklusive  Geldscheine und Kryptowährungen. Neben dem kulturgeschichtlichen Zugang,  der auch keltische und islamische Münzen sowie byzantinische Siegel umfasste, wurden Methoden der Münzbestimmung anhand von Originalen sowie Herstellungstechniken von Brakteaten im Mittelalter vermittelt. Thematisiert wurden zudem moderne Digitalisierungsmethoden, die Bestimmung von Metallen anhand naturwissenschaftlicher Analysen, die Charakterisierung von Münzen im archäologischen Befund sowie die Bedeutung und Funktion der Medaille in der Moderne. Nicht zuletzt erhielten die Teilnehmer einen theoretischen sowie praktischen Einblick in das Sammlungswesen zum einen durch Beiträge zum Bestand des Archäologischen Museums der Universität Halle sowie des Landesmuseums für Vorgeschichte und zum anderen durch Besuche in der Zentralen Kustodie sowie des Landesmünzkabinetts Sachsen-Anhalt im Kunstmuseum Moritzburg.

Die fünf Tage waren dicht mit informationsreichen Beiträgen bestückt und klangen zumeist mit einem gemeinsamen Getränk aus, um noch einige Themen zu vertiefen, Verständnisfragen zu klären oder einfach nur den Tag auf sich wirken zu lassen.
Dank der finanziellen Unterstützung durch die Vereinigung der Freunde und Förderer der Universität Halle sowie der Numismatische Kommission der Länder der BRD konnte den teils von weither angereisten Studierenden ein Reisekostenzuschuss gewährt werden. Ein  kleiner Empfang, der finanziell von der Numismatischen Kommission  Sachsen-Anhalt und dem Numismatischen Verein Halle gefördert wurde, bot den Teilnehmern sowie den Dozentinnen und Dozenten die Möglichkeit sich kennenzulernen und einen numismatischen Plausch zu halten.

Bei einem Feedback-Gespräch zum Abschluss der numismatischen Woche hoben die studentischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer den epochenübergreifenden und interdisziplinären Ansatz positiv hervor und sprachen sich klar für die Fortsetzung der Numismatischen Springschool im kommenden Jahr in Halle aus. An dieser Stelle sei noch einmal ganz herzlich den Sponsoren und insbesondere den Dozentinnen und Dozenten, die die Numismatische Springschool ehrenamtlich unterstützen, für ihr großes Engagement gedankt..

Dr. Aylin Tanrıöver

 

Dozierende

U. Dräger (Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, Kunstmuseum Moritzburg Halle)

G. Dumke (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)

S. Koch (Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt)
Dr. M. Lücke (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)

W. Pechstedt (Halle)

Marjanko Pilekić M.A. (Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt)

Prof. Dr. Dr. h. c. R. Pohl (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)

Dr. K. Rauh (Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt)

Dr. B. Rothenhäusser (Halle)

Prof. Dr. D. Schaal (Zentrale Kustodie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)

U. Sieblist (Restaurator)

Dr. R.-Th. Speler (Vereinigung der Freunde und Förderer der MLU)

Dr. A. Tanrıöver (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)

A. Tauschensky M.A. (Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt)

C. Theumer (Halle)

 

Sponsoren

Numismatische Kommission der Länder in der Bundesrepublik Deutschland

Vereinigung der Freunde und Förderer der Martin-Luther-Universität Halle

Numismatische Kommission Sachsen-Anhalt (NUKO)

Numismatischer Verein Halle e.V.

Bericht über die 2. Numismatische Springschool in Halle (Saale)

Nachdem die geplante Numismatische Springschool pandemiebedingt in den Jahren 2020 und 2021 nicht stattfinden konnte, war es in diesem Frühjahr schließlich möglich, erneut 18 Studierende für eine numismatische Woche in der Saalestadt zu begeistern. Wie bereits im Jahr 2019 wurde die Frühlingsschule vom Seminar für Klassische Archäologie der MLU in Kooperation mit der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt, Kunstmuseum Moritzburg veranstaltet und fand vom 21. bis 25. März 2022 in den Räumlichkeiten des Robertinums und des Kunstmuseums statt.

Auch in diesem Jahr war es das Ziel, möglichst viele die Münzkunde direkt oder indirekt betreffende Bereiche im Programm zu berücksichtigen. Dank den bereitwillig beitragenden DozentInnen der Universität Halle, des Kunstmuseums Moritzburg, des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt sowie privater Experten ist dies hervorragend gelungen. Achtzehn Studierende der Universitäten Freiburg, Jena, Rostock, Würzburg, Göttingen und Halle erhielten in den fünf Tagen einen umfangreichen theoretischen wie auch praktischen Einblick in die Numismatik von der Erfindung der Münze bis in die Gegenwart, inklusive Papiergeld und Kryptowährungen wie den sogenannten Bitcoins. Neben dem kulturgeschichtlichen Zugang, der auch islamische Münzen sowie byzantinische Siegel umfasste, konnten Methoden der Münzbestimmung anhand von Originalen vermittelt werden, was sehr großen Anklang fand. Thematisiert wurden zudem prämonetäre Geldformen, moderne Digitalisierungsmethoden, die Bestimmung von Metallen anhand naturwissenschaftlicher Analysen sowie die Charakterisierung von Münzen im archäologischen Befund. Nicht zuletzt boten die Besuche der Medaillensammlung der Zentralen Kustodie der Universität sowie des Landesmünzkabinetts Sachsen-Anhalt im Kunstmuseum Moritzburg den TeilnehmerInnen Einblicke in das Sammlungswesen. Die informationsreichen Tage klangen zumeist mit einem Getränk gemeinsam auf dem Universitätsplatz aus, wo die Möglichkeit bestand, einige Themen zu vertiefen, Verständnisfragen zu klären oder einfach nur den Tag auf sich wirken zu lassen.

Dank der finanziellen Unterstützung durch die Numismatische Kommission konnte den angereisten Studierenden ein Reisekostenzuschuss gewährt werden. Einen kleinen Empfang in der Mitte der Woche ermöglichte freundlicherweise der Numismatische Verein in Halle.

Bei einem Feedback-Gespräch zum Abschluss der numismatischen Woche hoben die TeilnehmerInnen den epochenübergreifenden und interdisziplinären Ansatz positiv hervor und sprachen sich klar für einen Intensivkurs im Herbst und die Fortsetzung der Numismatischen Springschool im kommenden Jahr in Halle aus. An dieser Stelle sei noch einmal allen Beteiligten für ihr großes Engagement gedankt.

Dr. Aylin Tanrıöver

 

Dozierende

Prof. Dr. M. Becker (Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt)

U. Dräger (Kulturstiftung Sachsen-Anhalt Kunstmuseum Moritzburg)

G. Dumke (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)

Prof. Dr. A. Furtwängler (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)

S. Koch (Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt)

W. Pechstedt (Halle)

Prof. Dr. Dr. h. c. Pohl (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)

Dr. K. Rauh (Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt)

Dr. B. Rothenhäusser (Halle)

Prof. Dr. D. Schaal (Zentrale Kustodie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)

U. Sieblist (Restaurator)

Dr. A. Tanrıöver (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)

A. Tauschensky (Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt)

Bericht über die 1. Numismatische Springschool in Halle (Saale)

Genau 281 Jahre nach dem ersten Kolleg zur antiken Münzkunde, das der Mediziner und Altertumsforscher Johann Heinrich Schulze 1738 an der Alma Mater Halensis angeboten hatte, veranstaltete das Seminar für Klassische Archäologie der MLU gemeinsam mit dem Kunstmuseum Moritzburg vom 25. bis 29. März 2019 die erste Numismatische Springschool in Halle.

Ziel war es, möglichst viele Bereiche, die die Münzkunde direkt oder indirekt betreffen, im Programm zu berücksichtigen, was dank der Bereitwilligkeit der beitragenden Dozierenden der Universität Halle, des Kunstmuseum Moritzburg, des Landesamtes für Denkmalpflege Sachsen-Anhalt sowie der Marienbibliothek in Halle und privaten Experten gelungen ist. Die TeilnehmerInnen erhielten in den 5 Tagen einen praktischen wie auch theoretischen Überblick über die Numismatik von der Erfindung der Münze bis in die Gegenwart inklusive Geldscheine und Bitcoins. Neben diesem kulturgeschichtlichen Zugang, der auch islamische sowie byzantinische Münzen umfasste, wurden darüber hinaus Methoden der Münzbestimmung anhand von Originalen vermittelt, was großen Anklang fand. Thematisch aufgegriffen wurden zudem prämonetäre Geldformen, die Herkunftsbestimmung von Metallen anhand naturwissenschaftlicher Analysen, die Charakterisierung von Münzen im Kontext archäologischer Befunde sowie Prägerechte im Mittelalter und der frühen Neuzeit. Nicht zuletzt gewährten die gemeinsam unternommenen Besuche der Medaillensammlung der Universität, der Marienbibliothek und des Landesmuseums für Vorgeschichte den TeilnehmerInnen zum einen Einblicke in das Sammlungswesen und zum anderen in den konservatorischen Umgang mit dem Medium Münze inklusive moderner Digitalisierungsmethoden.

Beim abschließenden Gespräch hoben die TeilnehmerInnen den epochenübergreifenden sowie interdisziplinären Ansatz der School hervor und plädierten für eine 2. Numismatische Springschool im nächsten Jahr in Halle.

Dr. Aylin Tanrıöver

 

Dozierende

Prof. Dr. M. Becker (Landesamt für Denkmalpflege Sachsen-Anhalt)

Prof. Dr. G. Borg (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)

Dr. V. Dresely (Landesamt für Denkmalpflege Sachsen-Anhalt)

G. Dumke (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)

A. Fiebiger (Marienbibliothek)

Prof. Dr. A. Furtwängler (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)

S. Koch (Landesamt für Denkmalpflege Sachsen-Anhalt)

Dr. M. Lücke (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)

Dr. St. Moeller

W. Pechstedt

Prof. Dr. Dr. h. c. Pohl (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)

Dr. A. Reichenberger (Landesamt für Denkmalpflege Sachsen-Anhalt)

Dr. B. Rothenhäusser

Dr. R.-Th. Speler (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)

Dr. A. Tanrıöver (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)

 

Bericht einer Teilnehmerin vgl. O. Denk, 1. Numismatische Springschool in Halle (Saale), SchwMüBL 275, 2019, 96-98

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